Ein fairer preis

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Weißt du, wer deine Kleidung herstellt? Nach Schätzungen von Unicef sind weltweit etwa 170 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, viele von ihnen in der Bekleidungsindustrie. Das sind 11% aller Kinder auf der Welt! Es ist also nicht schwer zu glauben, dass 70-80% der Kleidung immer noch in Sweatshops hergestellt wird.

Das Leben eines Sweatshop-Arbeiters
Das Leben dieser Kinder ist meist schrecklich. Sie verrichten oft anstrengende und langweilige Arbeit unter entsetzlichen Bedingungen. Viele Kinder werden routinemäßig angeschrien, bedroht oder misshandelt und von ihren Eltern ferngehalten. Sie leben oft in großen Gruppen in baufälligen Gebäuden und haben wenig bis keine Freiheiten. Sie arbeiten 7 extrem lange Tage pro Woche und ihr Lohn ist viel zu gering, um davon leben zu können.

Ein Teufelskreis
Diese Kinder kommen in der Regel aus sehr armen Verhältnissen, wo sie schon in jungen Jahren zur Arbeit geschickt werden, um ihre Eltern zu unterstützen. Die Eltern werden von Anwerbern mit falschen Versprechungen über gute Löhne und Lebensbedingungen gelockt, wenn sie ihre Kinder schicken, was mehr ist, als sie selbst bieten können.

Sobald die Kinder jedoch ankommen, sieht die Sache ganz anders aus. Kleine Kinder werden als leichte Beute angesehen, da sie sich nicht wehren können und für noch weniger Geld arbeiten als ihre Eltern. Sie werden von den Arbeitgebern oft bevorzugt, weil ihre kleinen Hände für Arbeiten wie das Baumwollpflücken besser geeignet sind.

Da diese Kinder ständig arbeiten müssen, haben sie keine Chance, zur Schule zu gehen. Da sie nicht einmal eine Grundausbildung haben, müssen sie die einfachen Arbeiten verrichten, die sie in den Ausbeuterbetrieben gelernt haben und nehmen daher immer wieder schlecht bezahlte Arbeit an, um zu überleben. Wenn sie dann selbst Kinder haben, werden sie zu "guten Jobs" geschickt und landen selbst in Ausbeuterbetrieben. Und so setzt sich der Teufelskreis fort.

"Marken bieten einen extrem niedrigen Preis an, zu dem das Produkt realistischerweise nicht hergestellt werden kann"

Ein riesiger Gewinn
Leider ist es für die Arbeitgeber immer noch viel zu einfach, damit durchzukommen. Da die Modeindustrie viele Produktionsstufen hat, oft in verschiedenen Ländern, ist es für die Unternehmen schwierig, jede Stufe selbst zu kontrollieren. Das macht es möglich, dass sie Kinderarbeiter beschäftigen, ohne es zu wissen. Es gibt aber auch viele Marken, die absichtlich billige Arbeitskräfte einsetzen. Damit wollen sie ihren Kunden (Dir) einen extrem niedrigen Preis anbieten, für den das Kleidungsstück realistischerweise nicht hergestellt werden kann. Oder noch schlimmer: um ihren eigenen Gewinn zu maximieren. Wusstest du, dass es Marken-Boxershorts gibt, für die du mehr als 20€ bezahlst, die aber in Wirklichkeit für weniger als einen Euro hergestellt werden? Solange die Menschen sie kaufen, sind die Ausbeutungsbetriebe zu lukrativ, um sie aufzugeben, und Kinder fallen der Industrie zum Opfer.

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Ein besserer Weg
Glücklicherweise werden die Menschen immer sensibler für das Problem und es gibt viele Kunden, die bereit sind, für ein faires Produkt etwas mehr zu bezahlen. Wenn Marken die Verantwortung für ihre Produktionsmethoden übernehmen, kann die Situation erheblich verbessert werden. Das ist etwas, das wir sehr wichtig finden. Zunächst einmal stützen wir unsere Produktion nicht auf einem niedrigen Preis für den Verbraucher, sondern auf fairen Löhnen. Dazu addieren wir dann unsere eigenen Kosten, was unseren Endproduktpreis ergibt. Außerdem halten wir unseren Produktionskreis so klein wie möglich und haben unsere Partner gründlich geprüft, bevor wir uns für eine Zusammenarbeit entschieden haben. Wir produzieren ganz in der Nähe unseres Standorts (nur 15 Minuten Fahrt!), was es uns ermöglicht, die Fabrik häufig selbst zu besuchen. Auf diese Weise können wir sicher sein, dass die Mitarbeiter gut behandelt werden.

Was du tun kannst
Indem du dich informierst und bewusst einkaufst, kannst du als Verbraucher den Unterschied ausmachen. Es gibt zahlreiche Plattformen, die einen klaren Überblick über die Unternehmen und ihre ethischen Grundsätze bieten. Goodonyou und die Fair Wear Foundation sind gute Beispiele dafür. Auf diese Weise kannst du nach Herzenslust einkaufen und gleichzeitig die Welt ein bisschen schöner machen. Gemeinsam können wir etwas bewirken!